24. April: Aktions- und Menschenkette von Krümmel nach Brunsbüttel

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Dienstag, 8. Juli 2014
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Hintergrundinformationen zur KETTENreAKTION

Häufig gestellte Fragen zur Aktions- und Menschenkette am 24. April

Welche sind die Forderungen?

Manche von uns fordern die sofortige Stilllegung aller Atomkraftwerke, denn jeder Tag Weiterbetrieb kann einer zu viel sein. Andere wollen, dass zumindest die Laufzeiten nicht verlängert werden. Die Pannen-Reaktoren Krümmel und Brunsbüttel dürfen auf keinen Fall wieder ans Netz, sie müssen sofort und endgültig stillgelegt werden. Die Alternativen Erneuerbare Energien, Energiesparen und Energieeffizienz müssen durchgesetzt werden.

Warum am 24. April?

Nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 9. Mai will die Bundesregierung mit den Stromkonzernen über Laufzeitverlängerungen für die Atomkraftwerke verhandeln. Dann soll auch entscheiden werden, ob die beiden Pannen-Reaktoren Brunsbüttel und Krümmel wieder in Betrieb genommen werden. Außerdem jährt sich am 26. April die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl.

Warum Krümmel und Brunsbüttel?

Die beiden Skandal-Meiler an der Elbe stehen seit zweieinhalb Jahren still. Trotzdem gibt es genug Strom. Niemand braucht diese gefährlichen AKW, außer der Vattenfall-Konzern, der auf Kosten der Allgemeinheit riesige Gewinne machen möchte. Wenn es nach den Betreibern geht, sollen die beiden Reaktoren im Frühsommer wieder ans Netz gehen. Das wollen wir verhindern.

Was ist mit den anderen Atomkraftwerken?

Die Aktions- und Menschenkette ist keine regionale Aktion. Ganz im Gegenteil: Sie zielt auf die Atompolitik der Bundesregierung. Union und FDP sind unsicher, ob sich der Weiterbetrieb der Atomkraftwerke durchsetzen lässt. Sie überlegen, einzelne Reaktoren zu „opfern“, damit der öffentliche Aufschrei nicht zu groß wird. Genau da setzen wir an: Mit Massenprotesten vor der eigentlichen Entscheidung wollen wir direkt Einfluss nehmen. Unsere Einschätzung: Je mehr Protest es jetzt gibt, umso weniger AKW werden weiter laufen.

Ist die Laufzeitverlängerung nicht längst entschieden?

Nein. In der Bundesregierung und den Regierungsparteien gibt es ganz unterschiedliche Positionen. An der Basis von Union und FDP stehen inzwischen viele der Atomenergie kritisch gegenüber. Deshalb hält sich Angela Merkel derzeit noch alle Wege offen. Entschieden wird nach der NRW-Wahl. Wie die Entscheidung ausfällt, hängt von der gesellschaftlichen Stimmung ab und die wollen wir mit den Protesten am 24. April deutlich beeinflussen.

Ein Protest-Bündnis, bei dem auch Parteien mitmachen, wie geht das?

Es ist für manche Beteiligten durchaus gewöhnungsbedürftig. Schließlich waren viele AtomkraftgegnerInnen zu Recht während der Regierungszeit von Grünen und SPD unzufrieden mit deren Atompolitik. Und die Anti-AKW-Bewegung zieht ihre besondere Stärke immer auch daraus, dass sie unabhängig von Parteien agiert. Andererseits sind viele Mitglieder von SPD, Grünen und Linken natürlich auch AtomkraftgegnerInnen. Bei der gemeinsamen KETTENreAKTION ist uns wichtig, dass die Parteien im Bündnis nicht dominieren, sondern viele ganz unterschiedliche gesellschaftliche Kräfte beteiligt sind. Im Sprecherkreis des Bündnisses sind keine Parteien vertreten.

Gibt es Vorbilder?

1983 bildeten 400.000 friedensbewegte Menschen eine 100 Kilometer lange Kette von Stuttgart nach Neu-Ulm. 1984 waren 10.000 bei einer Menschenkette im Wendland. Und 2009 beteiligten sich 20.000 an einer 53 Kilometer langen Lichterkette von Braunschweig über die Asse bis Schacht Konrad.